Ehre sei dem Blute Jesu - In laetitia!

NOVENE ZUR VORBEREITUNG AUF DIE "AUFHAUSENER MARIENWEIHE"


(erhältlich in Buchform)

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Hinweise:

  Die Aufhausener Marien-Weihe kann gemeinsam mit allen Pilgern am ersten August-Sonntag, dem Patrozinium „Unserer Lieben Frau vom Schnee“ feierlich vollzogen bzw. erneuert werden. Man kann aber diese persönliche oder gemeinschaftliche Weihe auch an jedem anderen Zeitpunkt und Ort vollziehen. Besonders geeignet sind die Marienfeste.

  Besonders dann, wenn man diese Weihe zum ersten Mal bewusst vollzieht, sollte das möglichst feierlich geschehen. Die beste Vorbereitung können Exerzitien oder Einkehrtage sein mit einer guten Beichte (eventuell auch Lebensbeichte). Außerdem schlagen wir die neunwöchige Novene dieses Heftes vor, die man individuell oder gemeinschaftlich vollziehen kann (s. S. 11).

  Es ist hilfreich, diese Marienweihe von Zeit zu Zeit zu erneuern –
besonders am Jahrestag der ersten bewussten Weihe. Man sollte sich auch jeden Tag in einem kurzem Mariengebet an die Weihe erinnern und sie im Herzen wenigstens kurz erneuern.

  Wer diese Marienweihe in Aufhausen vollzieht oder erneuert, kann die Weiheformel (siehe am Schluss des Heftes) schon vor dem Weihe-Gottesdienst ausfüllen und das Heft mit der Unterschrift nach dem Verlesen auf den Altar legen (lassen). Nach dem Gottesdienst kann man das Heft mit der Bestätigung durch die Wallfahrtsleitung wieder abholen.

I.
VON DER BEDEUTUNG EINER MARIENWEIHE

1. Die Marienweihe als Vertiefung des Glaubens

Es ist vielerorts üblich, zum Abschluss einer Tauffeier das Kind dem besonderen Schutz und der Hilfe der Gottesmutter anzuvertrauen. Das ist ähnlich wie bei einem Vertrag, der gleichsam noch „ratifiziert“ werden soll – ebenso wie das Tauf-Gelöbnis selbst. Dafür genügt aber nicht eine schnelle, routinemäßig wiederholte Gebetsformel. Der junge, heranwachsende Mensch soll schrittweise die Bedeutung der Marienweihe kennenlernen und bewusst mit Leben erfüllen. Dabei kann auch die hier angebotene Novene zur Vorbereitung auf die „Aufhausener Marienweihe“ helfen. Sie ist ein neun-wöchiger Glaubens-Kurs, der die Bedeutung Marias auf unserem Weg zu Gott verdeutlicht. Er lädt dazu ein, sich zusammen mit Maria ganz für Gott zu öffnen und sich IHM immer mehr anzuvertrauen.


Jede der neun Wochen führt uns an einen anderen biblischen Ort, wo Maria immer wieder vor eine neue Aufgabe gestellt wurde. Wenn wir diese Ereignisse zusammenfügen, entsteht, wie bei einem Mosaik, ein vollständiges Bild. Dieses biblische Bild von Maria ist das Vor-Bild eines Menschen, der sein Leben ganz und gar Gott in die Hände legt: Siehe, ich bin die Magd des Herrn! So kann Gott auch mit dem „Geweihten“, wie mit Maria voll zusammenwirken. Die Krisen und Herausforderungen des Lebens müssen auch für uns kein Hindernis sein. Im Gegenteil: Jede neue Über-Forderung lässt den Glaubenden stärker werden und bringt ihn näher zu seinem Ursprung und Ziel, zu Gott.

2. Fragen zur Verdeutlichung

a) Was ist eine „Weihe“?

Der Ausdruck „Weihe“ wird sehr unterschiedlich gebraucht. Man spricht z.B. von der Einweihung eines Hauses, eines Platzes, eines Fahrzeuges oder eines Denkmals … Gewöhnlich meint man damit die feierliche Übergabe an seine Bestimmung. In Gegenden mit katholischer Tradition gehört dazu auch Gebet und Weihwasser. So kommt das Anliegen zum Ausdruck, dass mit der Hilfe „von oben“ dieser Gegenstand oder diese Einrichtung vor Unglück und Schaden geschützt werden und zum Wohle aller Menschen dienen möge. In diesem Fall sollte man aber richtiger nicht von einer Weihe, sondern von einer Segnung sprechen. Denn wenn z.B. eine Kirche, ein Altar oder eine Person wirklich „geweiht“ wird, dann ändert sich etwas Wesentliches in diesem Menschen oder Gegenstand. Eine geweihte Kirche darf nicht mehr zu profanen Zwecken verwendet werden, z.B. als Pferdestall oder Lagerschuppen, denn sie wurde aus dem gewöhnlichen Gebrauch herausgenommen und für den unmittelbaren Gottesdienst reserviert. Gott ist hier besonders gegen­wärtig. Durch die kirchliche Weihe wird der betreffende Raum geheiligt. Eine gottgeweihte Person ist in besonderer Weise mit Gott verbunden. Sie darf und soll vor allem und in allem Gott und seinem Reiche dienen und sich nicht von materiellen oder politischen Interessen ablenken lassen.

Eine echte Weihe ist also eine Aussonderung aus dem irdischen Gebrauch für den unmittelbaren Dienst an Gott. Deshalb darf man z.B. auch nicht einen geweihten Kelch als Pokal verwenden oder einen geweihten Kirchenraum nicht zum Museum oder Konzertsaal degradieren
(vgl. Mk 11,15-17). Eine Weihe ist also eine Aussonderung von bestimmten Personen, Orten, Gegenständen oder Gebäuden … für den unmittelbaren Dienst an Gott. Darum spricht man auch von „heiligen“ Weihen, denn sie vermitteln eine besondere Gegenwart Gottes und erfordern darum auch eine größere Ehrfurcht.

b) Warum „Marien“-Weihe?

Nach dem bisher Gesagten ist also eine Marien-Weihe eine besondere Übergabe an Maria, die Mutter Gottes. Maria hat eine besonders nahe Beziehung zu allen Menschen, auch wenn keine besondere Weihe an sie stattgefunden hat. Durch ihre einzigartige Teilnahme am Werk der Erlösung wurde sie auch die Mutter aller Erlösten – unabhängig davon, ob das von einzelnen Menschen erkannt und geschätzt wird oder auch nicht. Warum aber dann noch eine zusätzliche Übergabe an Maria? – Es macht einen großen Unterschied, ob Menschen, die einander lieben, das auch zur Sprache bringen oder ob sie nur stumm darauf warten, bis sich diese Beziehung wieder abgekühlt hat. Verliebte, Verlobte und auch Verheiratete brauchen es immer wieder einmal, dass sie einander zusichern: „Ich liebe dich!“ Diese Wiederholung – soweit sie ehrlich ist – vertieft das Band zwischen ihnen und hilft, Verletzungen zu heilen oder Unterlassungen wieder gutzumachen.

Durch die Taufe sind wir als Glieder des Leibes Christi nicht nur in eine besondere Nähe zum Sohn Gottes gelangt, sondern auch zu seiner Mutter, der Mit-Erlöserin und Mittlerin aller Gnaden. Die „Voll-der-Gnaden“ (Lk 1,28),die mehr gesegnet ist als alle anderen Frauen (Lk 1,42), hat eine einzigartige Beziehung zu Gott und damit auch zu allen Menschen. Denn sie hat – um es sehr menschlich auszudrücken – zusammen mit Gott Vater einen Sohn: Jesus Christus. Das aber verbindet den Menschen Maria in einmaliger Weise mit Gott. Zwei Menschen, die gemeinsam einem Kind das Leben schenkten, sind und bleiben unauflöslich miteinander verbunden. Kein Vertragsbruch, keine Kündigung oder Scheidung kann das ändern. Auf ähnliche Weise verbindet die Gottes-Mutterschaft Mariens in unübertrefflicher und einmaliger Weise den begrenzten Menschen aus Nazaret mit dem unendlichen und allmächtigen Gott. Durch diese gemeinsame Elternschaft wurde Maria auch die „Königin des Himmels und der Erde“. Denn durch ihren Sohn nimmt Maria wie kein anderes Wesen an der Göttlichkeit des Schöpfers, Erlösers und Heiligmachers teil.

Durch die Mutterschaft Mariens wollte der unvorstellbare Gott den Menschen sein „mütterliches Herz“ näher bringen. Während wir in der biblischen Tradition Gott gewöhnlich „Vater“ nennen, kommt seine Mütterlichkeit besonders in Maria zum Ausdruck. In Maria hat Gott den Menschen „Gewalt“ über sein Herz verliehen. Darum nennt man Maria auch die „fürbittende Allmacht“, denn sie ist ganz eins mit der Liebe und dem Willen Gottes. Wer sich an Maria wendet, wendet sich an Gott. Wer Maria ehrt, der ehrt Gott. Maria ist kein Umweg auf dem Weg zu Gott und schon gar kein Hindernis! Sie ist den Menschen als „Mutter und Königin“ gegeben, weil es – psychologisch gesehen – für den Menschen nun einmal einfacher ist, sich vor der Mutter zu öffnen, die Mutter um Hilfe zu bitten und von der Mutter auch Kritik und Mahnung anzunehmen … als von den „Herren der Schöpfung“. Maria ist ein besonderes Geschenk der Barmherzigkeit Gottes, der seine Liebe in vollerem Maße offenbaren und den Menschen helfen wollte, sich seiner Liebe anzuvertrauen. Darum ist eine Marien-Weihe ein bewusstes Ja zu Gott und eine Erneuerung und Vertiefung der Tauf-Weihe mit fraulich-mütterlichem Akzent.

 

An dieser Stelle darf nicht vergessen werden, dass in der Botschaft von Fatima Maria selber sehr eindringlich dazu aufgefordert hat, die Welt ihrem Unbefleckten Herzen zu weihen. Das ist zum ersten Mal durch Papst Pius XII. 1942 während des Zweiten Weltkrieges geschehen. Diese Weihe wurde von den Päpsten Johannes XXIII. und Paul VI. wiederholt, aber erst Papst Johannes Paul II. vollzog 1984 diese Weihe im Namen aller Bischöfe und in Anwesenheit von Vertretern des Episkopates aus aller Welt. Alle Diözesen wurden eingeladen, diese Weihe in geeigneter Weise zu wiederholen.

c) Warum eine besondere „Aufhausener Marienweihe“?

In Aufhausen (bei Regensburg) wird seit 1668 eine Marien-Statue öffentlich verehrt, die Pfarrer Johann Seidenbusch in seine Pfarrei mitgebracht hatte. Die täglichen Marien-Andachten und das Vertrauen vieler frommer Beter wurden durch auffällige Erhörungen und Wunderzeichen beantwortet, so dass diese Figur als Gnadenbild bekannt und Aufhausen als Wallfahrtsort anerkannt wurde. Pfarrer Seidenbusch wählte als Patrozinium für das Marien-Heiligtum den Titel „Unsere Liebe Frau vom Schnee“. Er knüpfte so an die Tradition von Maria Maggiore an, der größten Marienkirche Roms. Als glühender Verehrer der Immaculata, also der „Unbefleckten Empfängnis“ der Gottesmutter, ging es Pfarrer Seidenbusch vor allem um die Verehrung der Reinheit der auserwählten Mutter Jesu. Gott, der die Welt erschaffen und Jesus von den Toten auferweckt hat, konnte und wollte in Maria einen neuen Schöpfungsakt vollbringen, um für den Gottes-Sohn eine würdige Wohnung zu bereiten.

Der „Schnee“ im Aufhausener Titel Mariens erinnert an das Wort des Propheten Jesaja: Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee … (Jes 1,18). Die besondere Verehrung der „Schnee-Madonna“ weist also auf die unerschöpfliche Barmherzigkeit Gottes hin, der im Hinblick auf das Blut Christi bereit ist, auch die schlimmsten Sünden zu verzeihen – wenn nur die Menschen die Demut aufbringen, sich von Gott beschenken zu lassen und ein neues Leben zu beginnen. Die Gottesmutter lädt darum immer wieder zu Buße und Umkehr ein. In Aufhausen wird diese Dimension der Botschaft Mariens besonders bildhaft betont. Der Vergleich mit dem Schnee ist hier ein dichterisches Element der Marien-Frömmigkeit. Wer sich unter diesem Symbol Maria anvertraut, bittet so auch um die mütterliche Hilfe für den persönlichen Weg der Umkehr und Buße – besonders unter dem Gesichtspunkt der Reinheit.

Es ist bekannt, dass Maria immer wieder dazu einlädt, sich – wie es ebenfalls bildhaft heißt – ihrem Unbefleckten Herzen zu weihen. Diese Weihe soll nicht nur persönlich vollzogen werden, sondern auch in der Familie, in den verschiedenen Gemeinschaften, Pfarreien, Diözesen, Ländern, ja in Kirche und Welt insgesamt. In der Aufhausener Marienweihe geht es darum zunächst um die Pfarrei in Aufhausen selber, aber auch um alle die Pilger, die von Nah und Fern, gelegentlich oder regelmäßig zu Unserer Lieben Frau auf dem „Schneeberg“ kommen. Sie alle sind eingeladen, sich an der Marien-Weihe zu beteiligen, die zum ersten Male am 5. August 2012 vollzogen werden soll. Alle, Ein­zel­personen und Familien, die bewusst an dieser erneuten Übergabe an Maria teilnehmen möchten, sind zu der Vorbereitungs-Novene eingeladen, die neun Wochen dauern soll. Selbst­verständlich kann man diese Novene auch zu jeder anderen Zeit persönlich oder gemeinschaftlich vollziehen. Die hier vorgeschlagenen Gebete, Betrachtungen und geistlichen Übungen eignen sich nicht nur zur Vorbereitung auf die Marienweihe oder deren Erneuerung, wenn man sie schon früher vollzogen hat. Man kann sie auch als „Nachbereitung“ immer wieder durchbeten, wenn es darum geht, den göttlichen „Schnee“ in das Grundwasser des alltäglichen Lebens aufzunehmen. Es geht ja bei der Marienweihe nicht nur um eine gefühlvolle Feier, sondern vor allem darum, sich von der Mutter Jesu immer wieder an die Hand nehmen zu lassen, damit sie uns Schritt für Schritt immer näher zu Gott hinführt.

3. Leben entsprechend der Marienweihe

Es wurde bereits deutlich, dass es bei der Marienweihe um mehr geht als um religiöses Brauchtum. In unserem Leben auf dieser Erde kommt es vor allem darauf an, dass wir uns gut auf die Ewigkeit vorbereiten, also auf die volle Einheit bzw. Freundschaft mit Gott. Der Hl. Paulus drückt das so aus: Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht (Phil 2,5). Dasselbe betont auch der Apostel und Evangelist Johannes, wenn er ermahnt: Wer sagt, dass er in ihm (Jesus Christus) bleibt, muss auch leben, wie er gelebt hat (1 Joh 2,6). Es geht also darum, Christus immer ähnlicher zu werden. Dabei ist uns das größte Vorbild Maria. Sie war nicht nur leiblich, wie jede Mutter, mit ihrem Kind besonders stark verbunden. Maria hat sich auch innerlich immer mehr dem Gottessohn angenähert. Sie wurde zur ersten und besten Jüngerin Jesu. Die biblischen Berichte über ihr Leben aus dem Glauben haben auch für uns einen besonderen Vorbild-Charakter. Darum werden in der Novene zur Vorbereitung und zur Vertiefung dieser Weihe die wichtigsten Etappen ihres Glaubensweges besprochen, denn sie können die entscheidenden Schritte auch auf unserem Glaubensweg werden.

Wenn wir uns mehr und mehr an Maria annähern wollen, um so Christus immer ähnlicher zu werden, dann genügt es aber nicht, nur auf sie zu schauen. Gleichzeitig wollen wir zusammen mit ihr auf Gott, die Kirche und die ganze Welt blicken. Ihre mütterliche Sorge um das Heil aller Menschen soll auch unser größtes Anliegen werden. Es geht also um eine Art „Horizont-Erwei­terung“ durch die immer vollständigere Durchdringung der Glaubenswahrheiten – mit Herz und Verstand. In einem „Wort zum Sonntag“ gibt Papst Benedikt XVI. dazu folgende Hinweise: Er erinnert zunächst daran, dass wir uns voll für Gott öffnen und bewusst dem Bösen entsagen sollen. Das ist wie bei der Taufe, deren Gelöbnis und Gnade ja durch eine echte und gute Marienweihe erneuert wird. Dann weist der Heilige Vater auf die Notwendigkeit des regelmäßigen Gebetes hin, sowie auf den unver­zichtbaren eucharistischen Sonntags-Gottesdienst. Schließlich gibt der Papst noch zwei ganz konkrete Weisungen, die mehr sind als nur Empfehlungen oder Vorschläge: Um sich Gott zu nähern, ist uns das Wort Gottes, die Bibel anvertraut. Der tägliche Umgang mit der Heiligen Schrift ist für die „Freunde Gottes“ unerlässlich. Außerdem ist es auch wichtig, sich um ein volles Bild von den Glaubens­wahrheiten der Kirche zu bemühen. Es ist gefährlich, nur einzelne beliebte Themen heraus­zugreifen und das Unbequeme auszublenden oder zu verdrängen. So entstehen Häresien und Spaltungen des Volkes Gottes. Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) gibt eine authentische Zusammenfassung aller wesentlichen Glaubenswahrheiten. Erst aus der Gesamt­schau heraus wird auch das Detail einer Glaubenswahrheit sinnvoll und vollständig. Um sich mit Hilfe einer Marienweihe Jesus Christus zu nähern und so die Freundschaft mit Gott zu vertiefen, ist es also notwendig, in Einheit mit den Hirten der Kirche die gesamte Glaubens-Wahrheit mit Liebe anzusteuern. Durch den regelmäßigen Umgang mit Bibel und Katechismus wächst das geistliche Leben des Men­schen. Er wird immer fähiger, die Ereignisse des Alltags, aber auch Krisen­si­tua­tionen einzuordnen, an ihnen zu wachsen und zu reifen, anstatt durch Jammern und Klagen das eigene Leben zu verunstalten und auch noch für andere eine Last zu werden (vgl. Benedikt XVI., „Wo Gott ist, da ist Zukunft“. Das Wort zum Sonntag, 17. September 2011)

Um wirklich entsprechend der Marienweihe sein Leben zu entfalten und zu gestalten, ist es wichtig, auch regelmäßig an Tagen der Glaubensvertiefung teilzunehmen (Einkehrtage, Exerzitien …). Auch die Zuge­hörigkeit zu marianischen Vereinigungen (z.B. MMC) und anderen Gruppen oder Bewegungen können das Glaubensleben, das die Pfarrei vermittelt, entscheidend fördern und stärken. Die folgenden Betrachtungen und Empfehlungen der neun-wöchigen Vorbereitung auf die Marienweihe machen das noch deutlicher.

 

II.
NEUN WOCHEN ZUR VORBEREITUNG
AUF DIE WEIHE

Vorbemerkung

Gemeinsame Vorbereitung:

Der Vorbeter beginnt mit dem Kreuzzeichen und liest das Thema der Woche vor.

Jemand aus der Gruppe spricht das Gebet der Woche. Wenn möglich, wird auch gesungen.

Es folgt der entsprechende Impuls für die Betrachtung an dem betreffenden Tag.

Es wird eine Zeit lang still zur Betrachtung.

Darauf folgt ein Austausch der Gedanken und Eindrücke der Teilnehmer.

Dann betet man den Rosenkranz (wenigstens ein Gesätz), entsprechend dem Thema des Tages bzw. der Woche. Schließlich folgen der Lobpreis und/oder weitere Gebete (S. 46) und Lieder (S. 60) in freier Auswahl

Zum Schluss macht sich jeder der Teilnehmer einen Vorsatz mit einer konkreten Aufgabe – entsprechend den Vorschlägen oder etwas Ähnliches.

Individuelle Vorbereitung:

Gebet der Woche (am Sonntag mit der Lesung der Woche).

Tagesimpuls mit nachfolgender Stille zur (kurzen) Betrachtung.

Einer der Texte zur Vertiefung (S. 40).

Gebet (und Lied) nach freier Wahl (S. 53).

Auswahl einer konkreten Aufgabe (ähnlich wie die vorgeschlagenen Beispiele).


1. Woche – In Nazaret
OFFENHEIT FÜR GOTT

GEBET DER WOCHE

Vater im Himmel, wir lobpreisen dich mit allen Engeln und Heiligen des Himmels und mit allen Menschen guten Willens auf dieser Erde. Wir danken dir für die Herrlichkeit der Schöpfung und noch mehr für dein Erbarmen mit uns Menschen. Deine Liebe hat sich nach uns gesehnt, und deine Güte hat uns gerettet. Wie wunderbar ist doch dein Plan unserer Erlösung! Wir danken für die Menschwerdung deines Sohnes durch Maria, für ihre Erwählung und Reinheit und ihre Mütterlichkeit für uns alle. Durch Maria wolltest du dein eigenes mütterliches Herz offenbaren, damit es uns besser gelingen kann, uns vor dir und für dich zu öffnen. Dank dir, Vater im Himmel! Amen.

LESUNG DER WOCHE

"Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel." (Lk 1,26-38)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Maria ist von Gott auserwählt, die Mutter des Messias und Erlösers zu werden. Davon weiß Maria zunächst noch nichts. Sie lebt aber ganz offen für Gott. Sie ist ja die Erwählte, die in Fülle Begnadete – ohne jeden Makel von Erbschuld oder persönlicher Sünde. – Auch ich wurde von Gott erwählt. Ich darf Christ sein und der wahren Kirche angehören. In der Taufe wurde auch ich durch das Blut Christi makellos. Schätze ich diese Berufung? Bin ich ganz offen für Gott – ähnlich wie Maria?

Montag:

Bei der Begegnung mit dem Engel erschrickt Maria zunächst. Er nennt sie die „Begnadete“. Maria verliert aber nicht den Kopf. Sie flieht nicht, sondern sie denkt nach … Sie spürt, dass durch diesen Boten Gott selber zu ihr spricht. – Bin ich bereit, mich von Gott überraschen zu lassen? Höre ich hin, denke ich nach, wenn Gott mich auf irgendeine Weise anrührt oder anspricht …?

Dienstag:

Der Engel teilt Maria mit, dass sie Mutter werden soll – Mutter des Messias! So viele Mädchen haben damals in Israel davon geträumt, Mutter oder wenigstens Vorfahre des Messias zu werden. Maria ist zu bescheiden, um an eine solche Ehre auch nur zu denken. Und nun soll sie die auserwählte Mutter werden? Sie ist zwar schon verlobt, aber lebt nicht mit ihrem Bräutigam zusammen. Die Hochzeit soll erst später sein … Maria versteht das nicht, aber sie bleibt nüchtern. Sie fragt nach. – Muss ich immer alles sofort verstehen und in mein bisheriges Weltbild einordnen können? Bin ich bereit, an der richtigen Stelle zu fragen …?

Mittwoch:

Der Engel antwortet, nicht direkt auf die Frage Marias. Er weist auf den Heiligen Geist hin, der in geheimnisvoller Weise das bewirkt, was Gott plant. Ein irdischer Vater ist nicht nötig. Der Vater im Himmel soll auch Vater ihres Sohnes sein. Maria versteht nur, dass Gott von ihr ein außergewöhnliches Vertrauen erwartet. Maria ist zu allem bereit. – Will ich Gott immer und überall verstehen? Gebrauche ich in Glaubensfragen meinen Verstand, aber in der Bereitschaft, Gottes Pläne nicht immer voll zu überblicken?

Donnerstag:

Der Engel gibt einen wichtigen Hinweis: Auch die liebe „Tante“ Elisabeth ist in ungewöhnlicher Weise in die Pläne Gottes einbezogen worden. Trotz ihres Alters darf sie noch die Freude der Mutterschaft erleben! Wie gut, dass es da jemanden gibt, bei dem Maria sich aussprechen kann! In ihrer engsten Familie war das nicht möglich. Selbst mit Josef konnte sie noch nicht über alles reden. – Suche ich Menschen mit Glaubenserfahrung, wenn ich selber etwas nicht mehr verstehe? Spreche ich mich über geistliche Erfahrungen an der richtigen Stelle aus?

Freitag:

Der Engel sieht, wie Maria nachdenkt. Sie kann das Ganze noch nicht einordnen, aber der Bote Gottes hilft ihr weiter: Für Gott ist nichts unmöglich! Jetzt gibt es für Maria kein Zögern mehr. Sie macht ihre Zustimmung nicht abhängig vom eigenen Verstehen oder von der Zustimmung der Familie. Wenn Gott sie braucht, dann gibt es nur noch ein schlichtes Ja: „Ich bin die Magd des Herrn“ – Maria ist bereit, Gott ohne Bedingungen zu dienen. Bin ich es auch?

Samstag:

Maria versteht, dass es hier nicht nur um einen vorübergehenden Dienst geht. Sie ist ganz und gar mit einbezogen. Es geht nicht nur um das, was sie tut, sondern auch ihr ganzes Sein. Sie ist bereit, mit Leib, Seele und Geist sich ganz für die Pläne Gottes zur Verfügung zu stellen: Mit mir geschehe, wie du es gesagt hast! – Wie sieht mein Dienst für Gott aus? Geht es da nur um ein Tun, um Zeit-Spenden oder Geld? Ist meine Gegenwart in Familie, Beruf, Urlaub … ein Dienst für Gott?

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Überprüfe deinen persönlichen Tagesplan im Hinblick auf angemessene und regelmäßige Gebetszeiten. Plane auch eine tägliche Bibellesung ein, besonders, wenn keine tägliche Eucharistiefeier möglich ist. Sprich über diesen Plan mit deinem Seelsorger oder auch in deiner Gebets-Gruppe.


2. Woche – Im Bergland von Judäa
LOBPREIS GOTTES

GEBET DER WOCHE

Wir danken dir, Vater im Himmel, für das Beispiel Mariens: Sie nimmt in echter Demut das Lob an, das dein Heiliger Geist ihr durch Elisabeth zuruft. Maria weiß es und sie bekennt, dass alles deine Gnade ist. Mit Maria wollen wir für alle Großtaten danken, die du in der Geschichte unseres Heils gewirkt hast. Zusammen mit Maria wollen wir dich lobpreisen und wie sie unser Magnifikat singen. Lass uns immer deutlicher erkennen, dass alles Gute von dir kommt. Bewahre uns vor Hochmut, Stolz und Eitelkeit. Zum Heil unserer Mitmenschen mach uns bereit, auch solche Aufgaben zu übernehmen, die uns eigentlich überfordern, aber deren Erfüllung mit deiner Hilfe möglich ist. Reinige unsere Demut und stärke unser Vertrauen. Amen.

LESUNG DER WOCHE

"Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück." (Lk 1,39-56)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Maria eilt in das Bergland von Judäa, wo die geliebte „Tante“ Elisabeth wohnt. Sie ist nicht das erste Mal hier. Diese beiden Frauen haben sich bei früheren Besuchen immer gut verstanden, wenn auch Maria mit ihren etwa 15 Jahren noch recht jung ist. Beide sind ganz offen für Gott. ER ist der Inhalt und die Hoffnung ihres Lebens. Maria eilt, denn sie ist so erfüllt von den Plänen Gottes, dass sie darauf brennt, sich jemandem anvertrauen zu können. Außerdem hat sie ja gehört, dass Elisabeth schon im sechsten Monat ist – sicherlich braucht sie bald Hilfe.

Montag:

Dieses Mal ist aber alles ganz anders als bei früheren Besuchen. Elisabeth hatte innerlich eine Botschaft bekommen. Der Sohn unter ihrem Herzen spürt durch den Heiligen Geist die Nähe des Gottessohnes. Er führt sozusagen einen „Freudentanz“ auf, und die Mutter versteht, dass das keine gewöhnlichen Bewegungen sind. Erfüllt vom Heiligen Geist nennt sie das junge Mädchen aus Nazaret die „Mutter meines Herrn“. Ja, noch größere Aussagen kommen bei der herzlichen Begrüßung ans Licht: Maria ist die ganz Begnadete – mehr gesegnet als alle anderen Frauen auf der Welt …

Dienstag:

Elisabeth preist den Glauben Mariens. Sie hat nicht gezögert, Gott ganz zu vertrauen. So kann Gott mit ihr das Werk der Erlösung beginnen. – Wie steht es mit meinem Glauben? Lasse ich mich durch die Pläne Gottes auch in „unbekannte Gefilde“ locken? Oder brauche ich immer die volle Absicherung – kontrolliert vom eigenen Verstand? Glaube ich an seine Vorsehung?

Mittwoch:

Maria nimmt die feierliche Begrüßung durch Elisabeth an. Sie weiß, dass es die Wahr­heit ist, die Elisabeth ausruft. Darum lässt sie diese unerhörten Aussagen zu. Sie bremst nicht ab, mit falscher Demut, sondern preist Gott für dessen Erbarmen mit dem aus­erwählten Volk. Jetzt ist die Zeit der Gnade, die Zeit der Erlösung gekommen! – Bin ich auch bereit, Gott für die Gaben zu lobpreisen, die er in mich hineingelegt hat? Missbrauche ich die Gaben Gottes (Charismen) zum Eigenlob oder sind sie für mich eine Einladung zum Dienen, für die größere Ehre Gottes und das Heil der Menschen?

Donnerstag:

Maria lobpreist das Erbarmen Gottes, das an ihr besonders deutlich sichtbar geworden ist. Er ist in allen Generationen besonders jenen nahe, die ihm mit Ehrfurcht begegnen. Maria dankt auch im Namen des auserwählten Volkes für alle Großtaten des Allmächtigen. – Ist mein Gebet auch ein Lobpreis für das Wirken Gottes? Danke ich im Gebet auch stellvertretend für all jene Menschen, die noch nicht zu danken verstehen? Sehe ich die Großtaten Gottes in meinem Leben, in meiner Umgebung?

Freitag:

Gott zerstreut die Hochmütigen und Stolzen, die Demütigen aber erhöht er. Hungrige werden satt und die Reichen werden arm. Gott sieht die Welt anders als Menschen ohne Glauben. Die bleibenden Werte sind in dieser Zeit oft verborgen, aber im Reich Gottes gewinnt alles seinen eigentlichen Wert. – Verstehe ich, auf die Anerkennung durch Gott zu warten oder muss ich schon hier auf der Erde alle Anerkennung und jeden gebührenden Lohn beziehen? Erkenne ich die stillen und verborgenen Schätze einfacher Leute, die eine echte Herzens-Bildung besitzen?

Samstag:

Maria kennt sich in der Geschichte Israels aus. Sie sieht die Erfüllung all jener Verheißungen, die an die Väter ergangen sind. Nun darf sie ihren Teil zur Erlösung nicht nur des Volkes Israel, sondern der ganzen Welt tun – Lebe ich im Bewusstsein des Gottesvolkes? Bin ich bereit, auch meinen Teil zu tun, dass das Werk der Erlösung zur Vollendung kommen kann? Kennt mein Beten auch den Lobpreis für die Geschichte des Volkes Gottes? Ist auch mein Lebensstil ein Lobpreis auf Gottes Erbarmen?

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Lobpreise Gott bewusst zusammen mit Maria, allen Engeln und Heiligen. Mache das Magnifikat (S. 59) zu einem deiner Lieblings-Gebete. Lerne es auswendig.

 

3. Woche – In Betlehem
GOTT MIT UNS

GEBET DER WOCHE

Jesus, du bist einer von uns geworden und doch auch ganz Gott geblieben. Durch die Einheit mit dir sind wir schon jetzt im Himmel zuhause. Du bist unser Anwalt, du bereitest uns eine Wohnung beim VATER vor – Jesus, wir danken dir! Du wolltest in bescheidenen Verhältnissen auf die Erde kommen und hast immer ein Herz für die Einfachen und Armen. Zusammen mit dir wollen wir, wo immer nur möglich helfen. Bewahre auch die Reichen, die noch viel mehr gefährdet sind. Mache uns fähig, ihre Armut aufzudecken und mit den wahren Gütern zu erfüllen, mit dem Reichtum, den wir in den Himmel mitnehmen können. Amen.

LESUNG DER WOCHE

"In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:

Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede
bei den Menschen seiner Gnade. "
(Lk 2,1-14)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Es sind ganz profane Umstände, die Maria und Josef nach Betlehem führen. Sie wussten von der nahen Geburt Jesu und machten sich trotzdem auf den Weg. Wollte Josef Maria nicht dem Gerede der Leute aussetzen? Er hatte Maria im Auftrag Gottes unter seinen Schutz genommen. Die näheren Umstände versteht er auch nicht, aber für ihn ist es genug zu wissen, dass Gott ihm eine Aufgabe anvertraut hat. Er ist bereit und treu – sofort und ohne Kommentar …

Montag:

Die Zeit der Geburt kam doch schneller als erwartet. In den Herbergen ist kein Platz mehr. Ein Eckchen im Stall muss genügen, die Futterkrippe wird zur königlichen Wiege. Aber Windeln sind da – Maria hat gut vorgesorgt. – Es sind nicht die äußeren Umstände und Bequemlichkeiten, die wahres Glück bringen. Die Einheit zwischen Maria und Josef war wichtiger als eine Fünf-Sterne-Unterkunft. Jesus fühlt sich dort wohl und geborgen, wo gegenseitige Liebe die Erfüllung des Willen Gottes begleitet …

Dienstag:

Es sind die Hirten auf den Feldern bei Betlehem, die als erste von der Ankunft des „Guten Hirten“ erfahren. Auf sie schauten die „Frommen“ von damals mit Vorbehalt, wenn nicht gar mit Verachtung, denn sie konnten bei ihrer Arbeit nicht alle Vorschriften des religiösen Brauchtums beachten. Aber gerade sie hat Gott erwählt, die ersten Zeugen der Menschwerdung des Gottessohnes zu werden! Chöre der Engel sind die göttlichen Boten, die diese einfachen Männer in den Stall der Heiligen Familie senden. Bei Gott gelten andere Werte als bei den Menschen. – Und bei mir? Wie sehe und beurteile ich die Menschen und den Besitz?

Mittwoch:

In unseren Krippen-Spielen bringen die Hirten sofort verschiedenste Gaben mit. So will es die volkstümliche Betrachtung der Ereignisse. Mit Sicherheit kann man aber davon ausgehen, dass diese rauen, aber herzlichen Männer Hilfe organisierten. Sie sahen einfach, was nötig und nützlich war. Als die Weisen aus dem Morgenland in Betlehem auftauchten, fanden sie das Kind und seine Mutter in einer Wohnung. Um diese beiden geht es vor allem (Mt 2,11) – Josef ist vielleicht bei einer Gelegenheitsarbeit beschäftigt. Er muss ja für den Unterhalt der Familie sorgen …

Donnerstag:

Die hochgebildeten Vertreter der ganzen Welt wurden durch außergewöhnliche Sternzeichen zum „neugeborenen König der Juden“ hingeführt. Solange sie den Zeichen „von oben“ vertrauten, waren sie auf dem richtigen Weg. Als sie aber mehr auf ihre eigene Erfahrung bauten, landeten sie beim brutalen Herodes, der sich dann nicht scheute, alle neugeborenen Jungen in Betlehem zu ermorden, um seine Macht abzusichern. Aber das Hören auf das Wort Gottes brachte die Weisen wieder auf den richtigen Weg. Maria und Josef müssen mit dem Gotteskind auf die Flucht gehen – in ein fremdes Land. – Vertraue auch ich mehr meinem Verstand und meiner Lebenserfahrung als den Zeichen Gottes? Lasse ich mich durch das Wort der Bibel auf den rechten Weg zurückführen?

Freitag:

Die drei Weisen kamen mit ihren königlichen Gaben schließlich doch an ihr Ziel. Sie brachten ihre symbolischen Gaben dar, die Zeichen von Ehrfurcht und Hingabe: Das Gold für den wahren König, den Weihrauch für den Sohn Gottes und die Myrre für das Begräbnis des Erlösers, der bereit war, das eigene Leben aufzuopfern, um den Menschen das Tor zum wahren Leben zu öffnen. – Wie sehen meine Geschenke für Jesus aus? Sind sie Zeichen der Anerkennung der Königsherrschaft Jesu Christi? Bekennen sie den Glauben an die Gottheit des Menschensohnes, die Anbetung erfordert? Bin ich bereit zusammen mit Jesus mein Leben einzusetzen, um andere vor dem ewigen Tod zu retten?

Samstag:

Die Weisen aus dem Morgenland kehrten schließlich auf anderem Weg in ihre Heimat zurück als sie geplant hatten. Sie waren zum königlichen Messias aufgebrochen, indem sie ihr Wissen einsetzten. Sie fanden auf den rechten Weg zurück, als sie dem Wort Gottes gehorchten. Nachdem sie den wahren Gott in Jesus angebetet hatten, sprach Gott im Traum unmittelbar zu ihnen durch einen Engel. Der eigene Verstand, das Wort der Bibel und schließlich die mystische Erfahrung Gottes durch die Anbetung, führen die Weisen an das ersehnte Ziel. – Bin ich bereit, alle drei Etappen des Glaubensweges zu gehen?

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Mache in dieser Woche einen Besuch vor dem Tabernakel (wenn es bei euch keine Anbetung vor der Monstranz gibt) und huldige Jesus zusammen mit den Weisen aus dem Morgenland. Überlege, was die Gaben der Könige für dich bedeuten können und was Jesus von dir als Geschenk möchte.

4. Woche – Im Tempel
DAS SCHWERT IM HERZEN

GEBET DER WOCHE

Maria, du bist die „Mutter der Schmerzen“. Schon die Ankündigung des Schwertes durch den greisen Propheten Simeon hat dich erschreckt, aber du bist nicht zurückgewichen. Du warst bereit, für den Heiland zu leiden, wenn das für die Rettung der Welt nötig ist. Du hast nicht auf deine eigenen Kräfte gebaut, sondern auf die Hilfe Gottes vertraut. So konntest du in jeder neuen Schwierigkeit und Glaubensprobe stand­halten. Hilf auch uns, wenn wir ängstlich und verzagt sind, und bewahre uns vor falscher Selbst-Sicher­heit und Überheblichkeit. Lass uns viel mehr an jenes Schwert denken, dass dein Herz durchbohrte, damit wir wieder stark werden. Amen.

LESUNG DER WOCHE

"Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde. Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen." (Lk 2,21-35)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Maria und Josef sind der Tradition Israels sehr treu. Am achten Tag nach der Geburt wird die Beschneidung der Jungen vorgenommen. Sie ist das Zeichen jenes Bundes, den Gott mit Abraham geschlossen hat. In diesem Ritus kommt auch zum Ausdruck, dass Gott die Quelle des Lebens und der Familie besonders heiligt. Wer zum auserwählten Volk Israel gehören will, muss sich dieser Weihe unterziehen. Gott ist der Herr seines Volkes. Die Beschneidung verpflichtet zur Treue dem mosaischen Gesetz gegenüber. Auch Jesus lässt sich beschneiden. Er, der allmächtige Gottessohn unterwirft sich menschlichen Vorschriften und Bräuchen. Er wird gehorsam. – Auch mein Gehorsam soll dem Werk der Erlösung dienen …

Montag:

Jesus bekommt bei der Beschneidung seinen Namen. Nicht Josef hat ihn ausgewählt, sondern der Engel Gabriel hat bei der Ankündigung des Erlösers diesen Namen im Auftrag Gottes mitgeteilt. So kommt zum Ausdruck, wer der wirkliche Vater Jesu ist. Josef ist nur der Ziehvater in Stellvertretung Gottes. Er nimmt gehorsam seine Rolle als „Haupt der Heiligen Familie“ an. Für die Leute allgemein ist diese Wahrheit noch nicht geeignet. Josef tut das, was er als Willen Gottes erkannt hat. – Welche Rolle darf ich im Namen Gottes spielen?

Dienstag:

Der greise Prophet Simeon lebt in Jerusalem in der Erwartung des Messias. Es wurde ihm von Gott die Gewissheit ins Herz gelegt, dass er nicht eher sterben werde, bevor er nicht den Messias gesehen habe. Er ist oft im Tempel zum Gebet. Auch jetzt, da Jesus in das Haus Gottes getragen wird, drängt ihn der Geist Gottes, in das Heiligtum zu gehen. Er trifft die Eltern Jesu, die mit dem Kind zum vorgeschriebenen symbolischen „Loskauf“ gekommen waren. – Gehe auch ich immer wieder in das Gotteshaus, um für die Rettung der Menschen zu beten? Lasse ich mich durch den Heiligen Geist führen? Horche ich im Herzen auf seine Stimme?

Mittwoch:

Simeon erkennt das Geheimnis dieses Kindes. Er nimmt den Kleinen in die Arme und lobpreist Gott. Die Verheißung des Messias ist in Erfüllung gegangen. Jetzt kann er in Frieden sterben, denn er hat das Heil gesehen. Er sieht in Jesus aber nicht nur den Retter Israels, sondern auch aller Völker: „Licht, das die Heiden erleuchtet.“ – Schenkt mir der Gedanke an Jesus den Herzensfrieden? Habe ich Angst vor dem Sterben? Worin besteht bei mir die Erfüllung des Lebens – wann kann ich „in Frieden scheiden“?

Donnerstag:

Die Eltern Jesu wussten, dass Gott mit ihrem Kind einen besonderen Plan hatte. Aber sie übersahen nicht die Zusammenhänge. So sind auch sie darüber erstaunt, was der Prophet in der Kraft des Heiligen Geistes sagen konnte. Sie wundern sich, aber geraten nicht aus der Ruhe. Sie können Schritt für Schritt die Entwicklung dieses außergewöhnlichen Kindes beobachten. – Muss ich immer alles verstehen, was Gott mit mir vorhat? Bringe ich es fertig, abzuwarten, bis Gott sein Geheimnis lüftet? Bin ich nur dann bereit, mit Gott zusammen zu arbeiten, wenn ich schon vorher alles verstehe?

Freitag:

Simeon segnet die Eltern und das Kind. Dann aber hat er noch eine besondere Botschaft für die Mutter, wodurch wiederum die außergewöhnliche Abstammung betont wird. An Jesus werden sich die Menschen scheiden: Die einen werden zu Fall kommen, andere werden durch Jesus wieder aufgerichtet. Jesus wird ein Zeichen des Widerspruches sein, er wird für viele sehr unbequem werden, aber so kommt die wahre Gesinnung der Menschen zum Vorschein. – Wer ist Jesus für mich? Bedrückt mich der Gedanke an Jesus und sein Evangelium, oder richtet er mich auf?

Samstag:

Dann folgt noch eine geheimnisvolle Ankündigung für Maria. Sie ist bildhaft verschlüsselt und gleichzeitig doch sehr aussagekräftig. Das „Schwert“, das ihr in das Herz dringen wird, könnte Maria abschrecken. Sie bleibt aber ganz ruhig. Der Glaube an Gott gibt ihr Halt, Sicherheit und Frieden. Sie ist auf alles gefasst. Sie ahnt, dass der Weg ihres Sohnes so manches Leid mit sich bringen wird, aber auch viel Segen, und das für alle. – Welche Beziehung habe ich zu Maria, der „Mutter der Schmerzen“? Rufe ich sie an, wenn innere Wunden mich verletzen? Bitte ich sie um Hilfe, wenn diese Wunden unerträglich zu werden scheinen? Lasse ich mir von Maria das Schwert aus meinem Herzen herausziehen?

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Schau dich um, wer in deiner Umgebung mit „durchbohrtem Herzen“ lebt. Empfehle diese Person der besonderen Fürbitte und dem Schutz Mariens. Tröste auch Maria, indem du dieser Person Zeichen der Liebe schenkst – z.B. ein Besuch oder eine praktische Besorgung (Nachbarschaft, Seniorenheim, Krankenhaus …).

5. Woche – In Jerusalem
VERLIEREN KÖNNEN

GEBET DER WOCHE

Heiliger Josef, du hast zusammen mit Maria unendlich gelitten, als ihr Jesus verloren habt. Es war vielleicht für dich die stärkste Glaubensprobe, die du erleben musstest. Aber du bist ruhig geblieben. Dein Schweigen hat auch Maria gestärkt. Ihr habt euch ohne Worte verstanden. Da ist kein Jammern zu hören, kein Vorwurf – nur ein schmerzliches Suchen. Aber gerade darin zeigte sich deine Liebe: Du hast nicht aufgegeben! Und als ihr euren „verlorenen Sohn“ wieder gefunden habt, musstest du noch eine für Jesus schmerzliche Entscheidung treffen. Dein nüchterner Verstand sagte dir, was in diesem Augenblick der Wille Gottes war. Jesus darf nicht in Jerusalem auf die Schule gehen, sondern muss mit dir einen praktischen Beruf ausüben. Danke, Hl. Josef für deine Weisheit! Amen.

LESUNG DER WOCHE

"Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen." (Lk 2,41-52)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Mit 12 Jahren ist Jesus nach den damaligen Bräuchen kein kleines Kind mehr. Er darf mit den Erwachsenen zum Pascha-Fest nach Jerusalem pilgern. Da gibt es viel zu bewundern. Jesus genießt viel Freiheit bei seinen Eltern – sie können ihm voll vertrauen. Meistens ist er wohl bei den etwa Gleichalterigen seiner Verwandtschaft. Die Festtage sind vorbei, die Pilgergruppe bricht nach Hause auf. Maria und Josef nehmen an, dass Jesus sich irgendwo bei den Jugendlichen aufhält. Aber dieses Mal täuschen sie sich …

Montag:

Die „Katastrophe“ beginnt: Jesus erscheint nicht wie gewöhnlich zum Abendessen. Ist etwas passiert? Bei den Jugendlichen ist er nicht zu finden. Man muss die ganze Strecke wieder zu Fuß zurückgehen. Im Quartier ist er nicht … An Schlaf ist nicht zu denken. Aber wo suchen bei Nacht? Man grast alle Straßen und Plätze ab. Den ganzen nächsten Tag über wird von früh bis spät in allen Ecken und Winkeln der Straßen und Plätze gesucht. Vergeblich! Ob er sich in den Gärten und Hainen der Umgebung aufhält? Vielleicht am Ölberg? Jesus hat ja schon als Kind oft und gerne in der Natur gebetet. Alles Suchen scheint vergeblich zu sein …

Dienstag:

Gott schont die Eltern Jesu nicht. Sie sind Gott so nahe. Sie pflegen treu das Gebet und die frommen Bräuche Israels. Haben sie ein solches Unglück „verdient“? Ihr einziges Privileg scheint darin zu bestehen, dass sie noch härter auf die Glaubens-Probe gestellt werden als andere. Sie sollen aber dadurch nicht gequält, sondern im Glauben gestärkt werden – auch wenn es wehtut. Gott hat ja noch viel größere Aufgaben für sie bereit – Wie verhalte ich mich in Schwierigkeiten, die meinen Glauben herausfordern? Jammere ich? Urteile ich über Gott? Maße ich mir Besserwisserei an? Bin ich bereit, in Schwierigkeiten Glaube, Hoffnung und Liebe zu trainieren – so wie ein Sportler an seinen Geräten?

Mittwoch:

Nach der zweiten schlaflosen Nacht finden die Eltern Jesus in der „Tempel-Schule“. Es bleibt ein Geheimnis, warum Maria und Josef nicht sofort dorthin gegangen sind. Offensichtlich war das Interesse des Kindes an biblischen Fragen noch nicht so aufgefallen. Aber hier war er ganz zuhause. Obwohl vom Dorf, weit weg in der Provinz, glänzt Jesus sogar bei den Tempel-Lehrern durch seine intelligenten Fragen und klugen Antworten. Ja, hier fühlte Jesus sich wohl. Hier war er näher beim VATER. Hier konnte er seinen Kopf ganz einsetzen und auf vieles eine Antwort bekommen, was in Nazaret kaum jemanden interessierte …

Donnerstag:

Die Eltern sehen Jesus mitten unter den Lehrern und sind entsetzt. Fürchten sie, dass Jesus nach seinem Geburtsort gefragt wird? In Betlehem gibt es ja in dieser Altersstufe keine Jungen – sie sind alle von Herodes ermordet worden … Die Eltern sind übermüdet, dennoch bricht kein Streit aus. Aber Maria stellt Fragen und weist auch darauf hin, wie sehr sie zusammen mit Josef gelitten hat. Der junge Jesus muss wie jedes Kind erzogen werden, aber Geschrei hilft da nicht. Maria bringt ihren Sohn zum Nachdenken, ja sie beschämt ihn auch, um Einsicht zu wecken …

Freitag:

Altersgemäß hat Jesus einfach nicht daran gedacht, dass er daheim Ängste und Nöte verursacht. Ihn hat etwas viel Tieferes bewegt – die Wahrheit über seinen wirklichen VATER. Josef schweigt. Was soll er auch sagen?! Er dient weiter in seiner Rolle als Familienvater und fällt die Entscheidung: Der Sohn muss mit den Eltern nach Hause zurückkehren. Das Internat der Tempel-Schule kommt nicht in Frage. Die Zukunft für Jesus ist in der Werkstatt des Schreiners und Bauhandwerkers …

Samstag:

Jesus gibt nach und ist gehorsam. Der Gottes-Sohn nimmt die unliebsame und unverständliche Entscheidung der Eltern an. Er kann nicht studieren, aber seine Weisheit nimmt offensichtlich trotzdem zu. Er ist beliebt bei Gott und den Mitmenschen. Maria aber denkt nach. Sie versteht noch nicht alles, aber sie öffnet sich immer neu und immer mehr für Gott. Allmählich vervollständigt sich das Bild in ihrem Herzen, aber es warten noch viele Stunden der Dunkelheit. Doch ihr Vertrauen und ihre Opferbereitschaft siegen.

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Denk daran, dass wir im Leben alles verlieren dürfen – nur nicht Jesus! Verschenke etwas Wertvolles, um dich fester an Jesus zu binden. Überlege, wer oder was dich von Jesus abbringt. Wenn du Jesus trotzdem verloren hast – kehre sofort zurück und vermeide die Gelegenheit zur Sünde.

6. Woche – In Kana
WAS ER EUCH SAGT, DAS TUT

GEBET DER WOCHE

Maria, wir danken dir für deine stille und umsichtige Art zu helfen! Du siehst, wo etwas fehlt, wo Menschen in Not geraten. Du bringst unsere Sorgen zu Jesus. Das ist deine Art zu bitten: Du sagst Jesus dein Anliegen, aber dann lässt du ihn ganz frei. ER weiß ja besser, was wirklich für uns gut ist. Dein tiefes Vertrauen und deine echte Liebe bewegen den Himmel. Wer könnte dir etwas abschlagen?! Du bist da, wenn Menschen in Not sind, aber für dich selber hast du keine Erleichterung erbeten. Dein Rat und deine Bitte für die Diener sind auch heute für jeden aktuell: Was ER euch sagt, das tut! Amen.

LESUNG DER WOCHE

"Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Dort blieben sie einige Zeit." (Joh 2,1-12)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Maria war auch zu der Hochzeit eingeladen. Wahrscheinlich handelt es sich um Verwandtschaft oder gute Bekanntschaft mit den Hochzeitsleuten. Vielleicht war Maria auch bekannt als gute Hilfe in der Küche, hinter den Kulissen? Jedenfalls merkt sie als eine der Ersten, dass es Probleme mit dem Wein gibt. Welch eine Blamage! Maria fühlt mit dem jungen Paar mit: Sie werden bis ans Lebensende verspottet werden, weil es bei der Hochzeit nicht genug Wein gab … Und der großzügige Gastgeber hatte auch ihren Sohn und dessen Begleitung mit eingeladen …

Montag:

Maria hält es nicht mehr aus. Die Not der Hochzeitsfamilie ist auch ihr eigenes Problem geworden. Und was tut sie? Maria geht mit ihrem Problem zu Jesus. Das ist ihre Weisheit, die sicher aus guter Erfahrung schöpft: Wenn Probleme auftauchen jammert sie nicht, sondern sagt Jesus, wo Hilfe Not tut. Maria bittet nicht einmal eindringlich. Sie übt keinen Druck aus, sondern berichtet den Vorfall in der Gewissheit, dass Jesus helfen wird. – Wie gehe ich mit meinen Problemen um? Bin ich sicher, dass Jesus Abhilfe schafft? Gebe ich aber auch Gott die Freiheit so zu helfen, wie es Seinen Plänen am besten entspricht?

Dienstag:

Jesus merkt sofort, dass er hier den Himmel in Bewegung setzen soll. Er scheint aber zunächst einmal eine Absage zu erteilen: … meine Stunde ist noch nicht gekommen! Maria aber glaubt. Sie ist sich im Herzen sicher, dass Jesus die Situation retten wird – auch wenn sie noch nicht weiß wie. Sie tut aber auch das Ihre: Auf alle Fälle gibt sie dem Personal ein gutes Wort, damit nicht noch dort zusätzliche Probleme entstehen, wenn Jesus für die Dienerschaft unbequem werden sollte … – Wie sehen meine Bittgebete aus? Tue ich selber alles, was in meinen Kräften steht, um an der Rettung mitzuwirken?

Mittwoch:

Jesus greift nicht schlecht in den Rhythmus der Dienerschaft ein: Bei aller Arbeit, die noch ansteht, zusätzliche sechshundert Liter Wasser vom Brunnen herbeischleppen! Die symbolische Fußwaschung ist doch schon längst gewesen! Aber die Diener sind von Maria gut vorbereitet. Ihr konnten sie keinen Wunsch abschlagen. Und dann noch das: Mit dem Wasser zum Küchenchef?! Der ist doch sowieso schon auf Hochtouren und dem Explodieren nahe … Aber was macht man nicht alles für Maria …! – Rufe ich Maria nur dann an, wenn ich Hilfe brauche, oder bin ich auch bereit Ihr zu helfen?

Donnerstag:

Und jetzt ging es los: Die Diener kamen wohl glimpflich davon, aber der Bräutigam bekam seine Lektion! Ob der aber überhaupt wusste, was alles hinter den Kulissen gelaufen war? Jedenfalls wird er beschimpft: So ein Schwachsinn …! Da ist ein erstklassiger Wein vorhanden und der Hausherr rückt mit ihm erst dann heraus, wenn die meisten schon angetrunken sind und den Unterschied nicht mehr so recht merken. Das muss man doch umgekehrt machen! Es geht ihm jedenfalls um den guten Ruf der Küche … – Wie sieht mein Kritisieren aus? Poltere ich sofort los, wenn etwas schief zu laufen scheint oder informiere ich mich zunächst einmal? Bin ich bereit, auch mal Fehler zu übersehen? Geht es mir immer um das Wohl des Nächsten oder öfter eher um den eigenen Ruhm …?

Freitag:

In den Evangelien findet sich auch Humorvolles: Wie herzlich haben die Gäste über dieses Ereignis gelacht – wie oft wurde dieses Geschehen wohl unter den Jüngern weitererzählt! Aber es ging um etwas mehr als nur um Komik. Mit etwas mehr Abstand hat vor allem der Evangelist Johannes verstanden, dass man bei der Hochzeit in Kana schon ein erstes großes Zeichen des Messias miterlebt hatte – und das auf die Fürsprache Mariens hin! Jesus hat seine Pläne geändert, weil seine Mutter um Hilfe bat … – Wie groß (oder wie klein) ist mein Vertrauen zu Maria? Bitte ich sie um Rettung wenn ich oder jemand anderes in Not ist? Bringe ich meine Probleme gemeinsam mit ihr zu Jesus?

Samstag:

Die Verwandlung von Wasser in Wein fand bei einer Hochzeit statt. Ist die Eucharistie nicht auch eine Art „Hochzeit“, ein Voraus-Bild des ewigen Hochzeitsmahles? Bei der Eucharistiefeier geht es nicht nur um die Verwandlung von Wein in das Blut Jesu Christi. Auch in den Herzen der Gläubigen soll eine Wandlung geschehen. Bin ich davon überzeugt, dass Jesus, der bei der Hochzeit in Kana Wasser in Wein verwandelt hat, der in der Heiligen Messe durch den Priester Wein in sein Kostbares Blut verwandelt, dass dieser Jesus auch mein Herz verwandeln kann? Erlaube ich ihm das?

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Überprüfe deine Mitfeier bei der Heiligen Messe. Lies etwas, was dir hilft, dich von der Routine zu befreien. Frage dich z.B. bei der Vorbereitung auf die Eucharistiefeier: Bin ich mit allen Menschen versöhnt? Im Wortgottesdienst überlege: Was nehme ich von den Themen der Lesungen und Predigt mit nach Hause? Gabenbereitung: Was kann ich Jesus schenken, was möchte er von mir haben? Wandlung: Wie sollte ich mich durch die Teilnahme am Opfer Christi selber verwandeln? Kommunion: Kann man meine Beziehung zu Jesus „Freundschaft“ nennen? Was sollte besser werden? Sendung: Ist meine Gegenwart und mein Tun in der „Welt“ ein Zeugnis für Jesus?

7. Woche – In Kafarnaum
DIE FAMILIE GOTTES

GEBET DER WOCHE

Jesus, die Liebe zum VATER ist dein Wesen und dein Leben. Darum kennst du nichts Wichtigeres und Wertvolleres als den Willen des Vaters im Himmel. Du hast sogar gesagt, dass es deine Speise ist, den Willen des VATERS zu tun. Wer dich wirklich lieben will, der liebt auch zusammen mit dir den Willen Gottes, er sucht ihn und tut ihn. Wer den Willen Gottes nicht schätzt, kann darum auch nicht zu deiner geistlichen Familie gehören und mit dir „blutsverwandt“ sein. Darum bitten wir dich um deinen Heiligen Geist, damit wir in allem immer besser den Willen Gottes erkennen und ohne Einschränkungen auch erfüllen. Amen.

LESUNG DER WOCHE

"Jesus ging in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. (…) Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter." (Mk 3,20-22.31-35)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Jesus hat sein öffentliches Wirken begonnen. Sein Ruf verbreitet sich wie ein Feuer. Unzählige Menschen strömen herbei. Sie wollen nicht nur die Heilung der Kranken und die Befreiung von dämonisch Geplagten erleben – sie hängen auch an seinen Lippen. Denn Jesus verkündet seine Botschaft vom Reich Gottes mit Vollmacht. Das klingt anders, als bei den gewöhnlichen Predigern. Wenn er in einem Hause zu den Menschen spricht, ist oft kein Platz mehr zu finden – so sehr drängt sich alles um ihn herum. – Wie groß ist mein Interesse an der Botschaft Jesu? Sind für mich die Wunder das Wichtigste? Suche ich die Wahrheit, das Heil, die innere Freiheit …?

Montag:

Die Familien-Angehörigen Jesu machen sich Sorgen. Man hört, dass er oft nicht einmal mehr Zeit zum Essen hat! Das ist doch nicht normal! Da scheint nicht mehr alles im Kopf zu stimmen … man muss Jesus retten. Er soll heimkommen und nicht mehr den Messias spielen! – Vielleicht waren auch politische Ängste im Spiel: Wenn Jesus als Revolutionär festgenommen und hingerichtet wird, dann ist auch die ganze Familie gefährdet. Man kann da nicht länger zusehen!

Dienstag:

Man hat sich einen klugen Plan ausgedacht: Maria muss mitgehen, denn auf seine Mutter hat Jesus immer gehört. Man wird nicht ins Haus hineingehen, denn das wäre zu gefährlich wegen der vielen Menschen, die ihn für den Messias halten. Sie könnten ihn verteidigen und mit Gewalt zurückhalten. Wenn er herauskommt, wird man ihn schon festnehmen und abführen können. Jesus ist körperlich zwar kräftig, aber er hat beim Raufen nie mitgemacht – er wird sich nicht wehren …

Mittwoch:

Auch die Zuhörer Jesu sind erstaunt. Man hört, dass eine Abordnung der Familie mit ihm sprechen will und Jesus geht nicht einmal zu ihnen hinaus! Wir können uns gut vorstellen, wie viele Diskussionen es in Nazaret seinetwegen schon gegeben hat. Man wollte ihn sicherlich zunächst gar nicht von daheim weggehen lassen. In der eigenen Familie erkannte man am wenigstens die außergewöhnliche Sendung Jesu. Und dann noch der Zwischenfall bei seinem ersten Besuch in der Heimat, als schon der Ruf des Wundertäters in aller Munde war – man hätte ihn fast umgebracht!

Donnerstag:

Jesus gibt der Abordnung seiner natürlichen Familie einen Korb. Er hat inzwischen seine eigene Familie, die geistliche Familie der Jünger! Er muss sich nun eindeutig und öffentlich von seiner bisherigen Familie trennen, um seine Mission erfüllen zu können. Von den leiblichen Angehörigen kann er am wenigsten Verständnis erwarten. Jesus muss ganz frei sein für seine neue Familie …

Freitag:

Wie peinlich war doch die Situation für Maria: Einerseits machte sie sich, wie jede Mutter, Sorgen um die Gesundheit und Sicherheit des Sohnes. Andererseits versteht sie, dass Jesus seine eigentliche Berufung in Nazaret nicht entfalten kann. Schweren Herzens stimmt sie Jesus zu. Auch sie distanziert sich in gewisser Weise von der Verwandtschaft und stellt sich ganz auf die Seite der Jünger, ja sie wird zur ersten und besten unter allen Jüngern. Im Haus von Nazaret hat sie – eins mit Josef – den Ton angegeben. Jetzt hat Jesus das Steuer in die Hand genommen. – Habe ich mir genügend Freiheit von der eigenen Familie verschafft, um der Familie Jesu voll und ganz anzugehören?

Samstag:

Jesus sagt sehr deutlich, was seine geistliche Familie verbindet: Es ist das Wort und der Wille Gottes! Wer sich dafür öffnet, wird mit Jesus in geistiger Weise „bluts­verwandt“. Jesus ist gekommen, um den Willen des VATERS zu erfüllen (vgl. Hebr 10,7), und seine Speise ist es, den Willen Gottes zu tun (Joh 4,34). Wer zur Familie Jesu gehören und an seiner Mission ganz teilnehmen will, kennt nichts Wichtigeres als den Willen Gottes. – Welche Rolle spielt für mich der Wille Gottes? Frage ich immer wieder danach, was Gott in den verschiedenen Situationen besser gefällt?

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Erneuere die Beziehungen zu deiner eigenen Familie – ganz gleich, ob es sich um eine natürliche oder geistliche Familie handelt. Überlege, ob du dein Ehegelöbnis bzw. das Ordens-Versprechen eingehalten hast. Erneuere den Bund, den du einmal feierlich geschlossen hast.

8. Woche – Auf Golgota
VERTRAUEN OHNE GRENZEN

GEBET DER WOCHE

Maria, du stehst mit Johannes unter dem Kreuz. Deine Seele ist zermartert, dein Leib wie ausgebrannt, und trotzdem bis du da. Denn du liebst, und die Liebe gibt dir die Kraft zum Durchhalten. Du kannst äußerlich nichts für deinen Sohn am Kreuz tun, aber dein Glauben, deine unerschütterliche Hoffnung und deine bedingungslose Liebe geben dir Halt und dem Sohn Trost. Du bist der größte Beistand für Jesus und gleichzeitig ein offener Kelch. Du sammelst gleichsam die göttliche Liebe, die aus den Wunden Jesu strömt und opferst sie dem himmlischen Vater auf. Hilf uns, an deinem Opfer und an deinem Priestertum immer besser teil zu nehmen. Amen.

LESUNG DER WOCHE

"Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." (Joh 19,25-27)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Jesus hatte seiner Mutter über das „Ende“ auch nicht mehr gesagt als den übrigen Jüngern. Sie spürte aber schon seit längerem, wie das alles „endet“. Dennoch bleibt sie treu. Sie hat längst gelernt, Jesus über den eigenen Verstand hinaus zu vertrauen. Jetzt ist es soweit – alles scheint verloren: Eine grausame Niederlage: Der Tod am Kreuz in äußerster Schande … Aber Maria gibt nicht auf. Ihre Treue braucht keinen menschlichen Erfolg. Maria liebt ohne Bedingungen. Sie glaubt an ihren Sohn auch in der totalen Finsternis des eigenen Herzens – Und ich? Stelle ich Gott Bedingungen? Ist meine Glaube vom Erfolg abhängig?

Montag:

Maria steht unter dem Kreuz. Sie ist standhaft. Sie stützt sich einzig auf Gott. Für IHN ist sie da. IHM hat Maria ihr Leben übergeben – so wie einen „Blanko-Check“. Im Stehen unter dem Kreuz erfüllt die „Magd des Herrn“ ihren Dienst bis zum Äußersten. Und was kann sie da tun? Praktisch gesehen wirklich nichts – kein Schluck Wasser, keine Hilfe für die Wunden … Aber Maria ist da. Das ist der große Trost, die wertvollste Hilfe für Jesus in der Todesnot …

Dienstag:

Auch Johannes ist da. Er kümmert sich wohl schon seit längerem um die Mutter. Er, der so gerne am Herzen Jesu ruhte, hatte auch für seine Mutter das größte Verständnis, die hilf-reichste Einfühlungsgabe. Eine Witwe ohne Familien­anschluss, die ihren einzigen Sohn verliert, ist in den damaligen Zeiten sehr arm dran. Nicht nur Maria ist für die Nähe des Johannes dankbar – mehr noch Jesus selber … – Wo braucht Maria heute am meisten meine Hilfe? Für welchen Dienst ist mir Jesus besonders dankbar?

Mittwoch:

Jesus am Kreuz leidet besonders auch am persönlichen Leiden seiner Mutter. Durch ihre besondere Anteilnahme am Leiden des Erlösers ist sie die Mutter aller Erlösten geworden und insbesondere die Mutter der Kirche. Jesus sieht, dass seine Jünger nach seiner Heimkehr zum VATER eine Mutter brauchen. Besonders die Priester und alle, die um des Himmelreiches willen auf eine eigene natürliche Familie verzichten, brauchen nicht nur einen himmlischen Vater, sondern auch eine „Himmel-Mama“. So vertraut Jesus dem Johannes seine Mutter an. Es geht nicht nur um Schutz und Hilfe in den menschlichen Angelegenheiten. In Johannes empfängt die gesamte Kirche ihre Mutter – jeder Einzelne, jede Gruppe, Gemeinschaft, Pfarrei, Diözese …

Donnerstag:

Wie sieht mein Verhältnis zu Maria aus? Wende ich mich an sie nur dann, wenn ich Hilfe brauche? Kümmere ich mich um sie – so wie der Jünger Johannes? Habe ich Maria in mein „Haus“ aufgenommen, in meine Familie, meine Schule, an meinen Arbeitsplatz? Darf mich Maria auch im Urlaub begleiten? Nehme ich teil an ihren Sorgen? Lasse ich ihre Wünsche wirklich in mein Herz hinein? Was tue ich wirklich für sie?

Freitag:

Maria unter dem Kreuz ist wie ein offener Kelch. Ihr Herz fängt gleichsam das Blut Christi auf. Durch ihr volles JA zum Willen Gottes „opfert“ sie das Blut Christi dem Himmlischen Vater auf. Das ist ihr „Priestertum“, das Priestertum Mariens, das allgemeine (oder gemeinsame) Priestertum aller Getauften. Wer sein Herz wie und mit Maria ganz für den Willen Gottes öffnet, baut eine Brücke zwischen Himmel und Erde und wird in Christus zu einem Mittler von Gnaden. Wenn auch in verschiedener Abstufung, so kann doch jeder durch die Annahme des Willens und der Zulassungen Gottes am Erlösungs-Werk Christi teilnehmen, also in gewissem Sinne „Miterlöser“ sein …

Samstag:

Wer Maria wirklich verehrt, steht mit ihr zusammen unter dem Kreuz Christi – nicht nur damals, sondern auch jetzt. Wir begegnen dem Kreuz Christi in den Schwierigkeiten der Kirche insgesamt, aber auch in den Wunden, die einzelne Vertreter oder Glieder der Kirche dem mystischen Leib Christi zufügen. Wer mit Maria unter dem Kreuz der gesamten Menschheit oder jedes Nächsten aushalten will, wird nicht klagen und jammern. Auch hier gilt: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Man muss und kann nicht immer etwas tun oder ändern, aber man kann die Hoffnung hochhalten und weiter-lieben …

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Christus hat mit seinem Blut alle Schuld der Welt auf sich genommen und getilgt. Sein Erbarmen kommt bei uns in dem Maße an, wie wir mit unseren Mitmenschen barmherzig sind. Verzeihe allen Menschen, die dir in irgendeiner Weise Unrecht angetan haben. Lege eine gute Beichte ab – eventuell eine Lebens-Beichte.

9. Woche – Im Pfingstsaal
EINS MIT GOTT

GEBET DER WOCHE

Gott, Heiliger Geist, du bist mit Feuerzungen auf die Jünger herab gekommen, die zusammen mit Maria auf dich warteten. Du hast sie gestärkt und mit Mut und Weisheit erfüllt, so dass sie ihre Aufgaben in der Welt erfüllen konnten. Schenke auch uns deine Gaben, die du uns selbst durch die Pro­pheten und durch Jesus verheißen hast. Segne unsere Bereitschaft, dem Reich Gottes zu dienen, damit alle Menschen Jesus kennenlernen und sich für ihn entscheiden können. Bewahre uns vor Trägheit, Ängstlichkeit und Versuchungen zur Resignation, damit wir für den Vater im Himmel ein Trost und für die Menschen auf der Erde ein Segen sind. Amen.

LESUNG DER WOCHE

"Dann kehrten sie vom Ölberg, der nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern. (…) Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Spra­chen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinan­der: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken." (Apg 1,12-14; 2,1-13)

IMPULSE ZUR BETRACHTUNG

Sonntag:

Maria hatte nach den furchtbaren Erlebnissen auf Golgota nicht aufgegeben. Sie hat sich nicht zurückgezogen, um endlich Ruhe zu haben. Maria wusste, dass die Schar der Jünger sie jetzt noch mehr brauchte. Die Liebe zu ihrem Sohn bedeutete jetzt dienende Liebe für den geheimnisvollen Leib Christi, die Kirche. – Wie sieht meine Liebe zu Jesus aus? Wenn ich in der Kirche dem Kreuz von menschlichem Versagen begegne, diene ich dann noch mehr, oder ziehe ich mich beleidigt zurück?

Montag:

Jesus war sichtbar in den Himmel zurückgekehrt. Die Jünger brauchten diese Demonstration, um wirklich Abschied zu nehmen. Sie sollten selbständig werden für die Weiterführung der Mission Christi. Noch kurz vor der Himmelfahrt hatte Jesus sie noch einmal daran erinnert, dass ihre Aufgabe darin sei, allen Völkern das Evangelium zu verkünden und alle Menschen zu seinen Jüngern zu machen, durch die Taufe auf den Dreieinigen Gott und durch das Befolgen aller seiner Gebote (vgl. Mt 28,16-20). Zunächst aber war es nötig, den Heiligen Geist zu erwarten und zu empfangen.

Dienstag:

Maria war mitten unter den Aposteln und den Frauen, die Jesus immer treu gefolgt waren (vgl. Lk 8,1-3). Außerdem waren auch einige Verwandte Jesu zugegen. Maria verstand nicht nur gut zu beten, sondern auch für häusliche Dinge zu sorgen. Vor allem aber hielt sie die „Familie“ zusammen. Die Strukturen der jungen Gemeinde mussten sich ja erst noch klarer herausbilden. Besonders in Maria ist Jesus auch selbst den Jüngern menschlich nahe. Wo sie gegenwärtig ist, entsteht kein Streit und auch Eifersucht hat keine Chance. – Rufe ich Maria zu Hilfe, wenn in der Familie Streit ausbricht? Bemühe ich mich, wie Maria und zusammen mit ihr, die Einheit zu stärken, und wenn nötig sie wieder herzustellen?

Mittwoch:

Maria hatte nicht zum ersten Mal mit dem Heiligen Geist zu tun. Ihr ganzes Leben war von IHM durchwirkt. Aber sie ergreift nicht das Wort. Das steht dem Petrus zu. Er stellt zunächst einmal öffentlich klar, dass es bei dem Getöse und dem Sprachen-Wunder nicht um Alkoholeinfluss gehe. Dann wies er auf den Propheten Joel hin, der ja schon angekündigt hatte, dass in der Endzeit der Geist Gottes auf die Menschen ausgegossen wird. Wo aber der Heilige Geist am Werk ist, da geht es nicht immer leise zu.

Donnerstag:

Das Sprachen-Wunder hatte dennoch nicht alle überzeugt, obwohl doch jedermann die Apostel in der eigenen Sprache reden hörte – diese Männer, die gewöhnlich nur den galiläischen Dialekt gebrauchten. Wer aber nicht glauben will, den überzeugen auch keine Wunder … Der hochmütige Turmbau von Babel wurde von Gott gestoppt, indem er die Sprache verwirrte. Man verstand sich nicht mehr, fing zu streiten an und ging auseinander. An Pfingsten wurden die vielen Völker wieder vereint durch die eine Sprache der Liebe. Diese versteht jeder! Hochmut kommt vor den Fall – Liebe aber baut auf und vereint.

Freitag:

Die Reaktion der Nachbarn auf Sturm und Feuerzungen sind unterschiedlich. Zunächst einmal sind alle ratlos. Aber während die Einen beobachten und überlegen, fangen die Anderen an zu spotten. – Wie gehe ich selber mit Zeichen und Ereignissen um, die meinen Horizont übersteigen? Warte ich geduldig ab, bis eine glaubwürdige Erklärung auftaucht, oder bin ich sofort bei den Spöttern? Von Maria heißt es wiederholt, dass sie Ereignisse im Herzen bewahrte und bedachte (Lk 2,19.51).

Samstag:

Maria ist die „Braut des Heiligen Geistes“. Damit ist zunächst daran erinnert, dass sie durch das Wirken des Heiligen Geistes Mutter Gottes wurde. Durch die dritte Göttliche Person, also durch den Geist Gottes wurde Jesus in Maria als wahrer Gott, und durch Maria wurde der Sohn Gottes auch wahrer Mensch. In Maria sind Himmel und Erde vereint. Auch uns ist es gegeben, in gewisser Weise durch den Heiligen Geist das Irdische zu vergöttlichen. Auch in uns will Gott wieder „Fleisch“ werden, indem wir uns vom Geist Gottes leiten lassen. ER macht uns zu wahren Kindern Gottes (vgl. Röm 8,14).

AUFGABE DER WOCHE

z.B.: Bitte den Heiligen Geist um die Erneuerung der Firm-Gnade. Bete jeden Tag einen Hymnus zum Heiligen Geist. Lass dich innerlich vom Geiste Christi und seinen Gaben erfüllen. Nimm die Charismen ernst, die dir anvertraut wurden und suche Menschen, die dir dabei helfen können 


A U F H A U S E N E R   M A R I E N W E I H E

 ERNEUERUNG DES TAUFGELÖBNISSES
MIT HILFE UNSERER LIEBEN FRAU VOM SCHNEE

 

Ich: ..........................
geb. am:
......................
getauft am:
....................
in: ...........................

erneuere das Versprechen, das meine Eltern und Paten stellvertretend für mich bei der Taufe abgelegt haben. Dabei bitte ich um die Hilfe der Gottesmutter Maria, die ich besonders als „Unsere Liebe Frau vom Schnee“ verehre:

  Ich widersage dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben.

  Ich widersage allen Verlockungen zum Bösen, damit die Sünde nicht Macht über mich gewinnt.

  Ich widersage dem Satan, dem Urheber alles Bösen.

  Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

  Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn,

    der geboren ist von der Jungfrau Maria,

    der gelitten hat, gestorben ist und begraben wurde,

    von den Toten auferstand und zur Rechten des Vaters sitzt.

  Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
die Gemeinschaft der Heiligen,
die Vergebung der Sünden,
die Auferstehung von den Toten und das ewige Leben.

Ich danke Gott, dass er Maria zur Mutter Seines Sohnes und unseres Erlösers erwählt hat.

Ich danke für die Gnade der Unbefleckten Empfängnis Unserer Lieben Frau vom Schnee.

Ich danke für die einzigartige Teilnahme am Geheimnis des Blutes Christi, die Maria gleichsam zu einem lebendigen Kelch werden ließ.

So wie Maria, und zusammen mit ihr,

will ich jeden Tropfen des Blutes Jesu Christi wahrnehmen, das auch heute in den Wunden der Menschheit weiterströmt. Im Kelch meines Herzens will ich die am Kreuz vergossene Liebe auffangen und sühnend zum Heil der Seelen aufopfern. Möge das Blut des Gottessohnes auch mich rein machen wie Schnee, so dass ich immer fähiger werde, Gott in der ganzen Schöpfung zu lieben und viele Menschen zur Freundschaft mit Ihm hinzuführen.

Maria, du Frau mit der Sonne umkleidet,

zusammen mit dir und wie du, will ich deinen Kampf mit dem Bösen in der Kraft des Blutes Christi und mit Hilfe des Hl. Erzengels Michael fortsetzen. Mutter der Barmherzigkeit, Trösterin der Betrübten und Königin vom Kostbaren Blut, stehe mir bei und lass mich die Macht deiner Demut erfahren. Amen.


GEBET ZUR ERNEUERUNG UND VERTIEFUNG
DER WEIHE AN MARIA

Vater im Himmel, ich danke dir für die ganze Schöpfung und besonders dafür, dass auch ich leben darf! Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes, mein Erlöser und Heiland, ich danke dir für deine Liebe zum VATER und zu allen Menschen. Gott, Heiliger Geist, du ewiges Band der Liebe Gottes, ich danke dir, das du mich am Leben Gottes teilnehmen lässt. Sei verherrlicht – Gott Dreifaltig-Einer in allen Engeln und Heiligen, in allen Menschen guten Willens, besonders aber in Maria, deiner vielgeliebten Tochter, Mutter und Braut! Du hast sie als neue Eva zur Mutter aller Lebenden erwählt und sie in Fülle begnadet. Als eine neue Schöpfung wurde sie ohne Makel der Erbsünde empfangen. Sie wurde durch keinerlei Sünde von dir getrennt. So konnte sie in einzigartiger Weise am Werk der Erlösung teilnehmen. Durch alle Zeiten hindurch offenbart sie deine mütterliche Liebe zu allen Geschöpfen, und sie sorgt zusammen mit dir für alle deine Kinder, damit sie zur vollen Freundschaft mit dir heranreifen können.

Sei gelobt und gepriesen, Allmächtiger und Ewiger Gott, der du deine Herrlichkeit und Größe vor allem durch Güte und Erbarmen zeigst. Ich kann nicht genug dafür danken, dass ich durch die heiligmachende Gnade der Taufe ein lebendiges Glied am mystischen Leib Christi wurde. In Jesus will ich immer bleiben und so leben, wie Er gelebt hat. Dabei will ich immer wieder auf Maria schauen, mich von ihr beraten und mir helfen lassen. Denn sie ist als Mutter, Weggefährtin und Jüngerin wie niemand sonst dem menschgewordenen Gottessohn und Erlöser nahe gekommen. So wurde sie die Königin des Himmels und der Erde.

Maria, ich danke dir für dein volles und bedingungsloses Ja zu den Plänen Gottes. Hilf mir, dass auch ich, immer aufrichtiger und reifer werdend dem entspreche, was Gott von mir erwartet.

Maria, du hast nicht alles verstanden, was Gott mit dir vorhatte, du hast Unsicherheit und Einsamkeit verspürt und dennoch glaubtest du an die Verheißungen Gottes. Lass mich zusammen mit dir in jeder Lebenslage das Magnifikat singen.

Maria, unter einfachsten Umständen hast du in Betlehem den Sohn Gottes geboren. Du hast nicht geklagt, sondern mit Staunen über die Fügungen und Zulassungen Gottes nachgedacht und sie im Herzen bewahrt. Auch ich möchte immer mit dir zusammen vertrauen und der Welt Jesus schenken.

Maria, als der Prophet Simeon dir im Tempel das Schwert ankündigte, da hat es dein Herz getroffen. Du hast mit der Angst gekämpft. Ich möchte mit dir, durch eine immer größere Liebe, alle Menschenfurcht besiegen und auch die Angst vor Gottes Plänen und Zulassungen.

Maria, Gott hat dich nicht geschont, als du in Jerusalem den größten Schatz verlorst, den ER dir anvertraut hatte. Hilf mir, dass ich so wie du und der Hl. Josef durch den Glauben die innere Ruhe bewahre, auch wenn alles verloren zu sein scheint und die Nerven überfordert sind.

Maria, du hast bei der Hochzeit in Kana bei dem Missgeschick der Familie Mitgefühlt gezeigt. Du bist mit dieser Not zu Jesus gegangen und hast mit deinem Vertrauen das Wunder erlangt. Auch ich möchte so wie du und zusammen mit dir immer mit allen meinen Sorgen zu Jesus gehen und alles tun, was ER sagt.

Maria, du warst nicht verzagt, als Jesus aus deinem Hause auszog, um mit der Schar der Jünger seine eigene geistliche Familie zu beginnen. Du hast dich klein gemacht und bist selbst zur Jüngerin deines Sohnes geworden. Steh mir bei, dass ich IHM folgen kann, so wie du.

Maria, du hast auch auf Golgota nicht den Glauben verloren. Er war dein einziger Halt. So hast du am meisten am Erlösungsopfer teilgenommen. Unter dem Kreuz bist du die Mutter der ganzen Kirche geworden. Lass auch mich durch den unerschütterlichen Glauben an Gott an deiner Mutterschaft teilnehmen.

Maria, du Braut des Heiligen Geistes, wo du bist, da kann sich das Pfingstwunder auch heute ereignen. Sei immer bei mir, damit der Geist Gottes mich immer besser erfüllen, formen und leiten kann. Amen.